Reise in die USA 2010

Auf dieser Seite sollen unsere Reiseerlebnisse mit unseren Freundinnen, Freunden,



Bekannten, Kolleginnen, etc. geteilt werden.

Ja, darauf hat die Welt gewartet!!!

Zum neidisch werden, mitträumen oder den Kopf schütteln.

Erstes Projekts dieses Blogs: Dora und Peter im Wilden Westen (Sommer 2010)

Samstag, 19. Juni 2010

Auf dem Highway 101 der Küste entlang

DSC01786Wir absolvieren natürlich das touristische Pflichtprogramm und fahren der Pazifikküste entlang Richtung Süden. Bei Santa Cruz machen wir Kaffeepause im Vergnügungspark am Strand, dieser ist schon etwas in die Jahre gekommen, aber anscheinend immer noch beliebt. Dann etwas Sonnenbaden am Strand – schliesslich ist es Sonntag - , es reicht schon für den ersten leichten Sonnenbrand. Mit Baden ist nix, das Wasser ist uns definitiv zu kalt. Auf einem zerfallenden Betonschiff vor dem Pier lümmeln sich Robben und Kormorane. Übernachtung in Pacific Grove, ein herausgeputztes Örtchen zwischen Monterey und Carmel.

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Am nächsten Tag machen wir dann zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem kalifornischen Küstennebel, gegen Mittag brennt ihn die Sonne glücklicherweise weg.  Wir fahren Richtung Big Sur, zum wildromantischen Teil der Küstenfahrt. Die Strasse – in den dreissiger Jahren von Sträflingen erbaut – zieht sich dem Pazifik entlang, teils nahe am Strand, teils in luftiger Höhe, und eröffnet immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die Küste, wo die Brandung unermüdlich gegen die Felsen donnert. Kormorane und Pelikane gleiten über die Wellen, einmal sichten wir über uns sogar einen Kondor.

Unsere erste ‘Wanderung’ führt durch den Andrew Malera State Park. Der Weg überquert zuerst ein kleines Flüsschen mit kristallklarem Wasser und windet sich durch Blumenwiesen und Gehölze mit Vögeln und Schmetterlingen und endet schliesslich an der Küste.

DSC01803 Wir fahren weiter dem Pazifik entlang, eine felsig-steile Bucht nach der anderen, es scheint ewig so weiter zu gehen. Doch irgendwann wird es tatsächlich wieder flacher, wir schauen noch den Elefant Seals zu, wie sie sich in der Sonne räkeln und mit Sand bepudern, dann beziehen wir in San Simeon, das nur aus einer Ansammlung von Motels und Restaurants besteht, unser Nachtquartier.

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San Francisco

So hier endlich der erste richtige Reisebeitrag, Leute.

Wenn man unterwegs und so viel neues sieht, kommt man nicht so oft zum schreiben wie erwartet.

Nach 11.5 Std. Flug sind wir am Freitag 11. Juni glücklich in San Francisco angelangt. Anstehen bei der Immigration, bei der Autovermietung, für eine Weile habe ich genug Absperrbänder gesehen. Aber endlich kriegen wir doch unseren Chevi Impala und fädeln uns in die Freitagnachmittag Rush Hour Richtung Stadt ein. Erster Stadtrundgang und ein Happy-Hour Bier, das nach 24 Std. Reise und mit Jet Lag höllisch ‘einfährt’.

DSC01726Unser Hotelzimmer liegt leider direkt über dem Eingang zur Disco, was uns eine unruhige Nacht beschert. Die nächste ist zum Glück ruhiger. Am nächsten Morgen wieder strahlendblauer Himmel und es ist für SF-Verhältnisse ungewöhnlich warm, wie uns Einheimische bestätigen. Wir fahren als erstes über die Golden Gate Bridge und bewundern von der anderen Seite die Aussicht über Bucht und Stadt.

Dann etwas Sightseeing im Auto und Einkauf unserer Campingausrüstung. Die Strassen sind noch steiler als ich dachte, die Stadtplaner haben ihr Gitternetz ohne jede Rücksicht auf die Topografie über das Gelände gelegt. Vielleicht etwas symptomatisch dafür, wie die Amerikaner mit ihrer reichen Landschaft umgehen.

DSC01758 Wir ziehen natürlich auch das klassische Touristenprogramm durch: Fahrt mit dem historischen Tram zur Fishermans Wharf, dort Seelöwen gucken und die Sicht über die Bucht geniessen. Danach ein Bummel zur Cannery (ehemalige Konservendosen-Fabrik, jetzt zu einem Vergnügungskomplex umgenutzt), Seafood-Znacht und dann – da die Warteschlange vor den Cablecars immer noch ellenlang ist – zu Fuss zurück Richtung Union Square.

Vor dem Hotel die nächste Warteschlange: gestyltes Jungvolk – auffallend viele Asiaten und Chicanos – warten auf Einlass in die Disco. Als wir am nächsten Morgen San Francisco Richtung Süden verlassen, sehen wir nochmals eine andere Art von Warteschlange: Obdachlose, die vor einer Suppenküche für ihr Frühstück anstehen.DSC01779

Sonntag, 30. Mai 2010

Geplante Reiseroute

An- und Abflug nach San Francisco sind bereits festgelegt, das Mietauto und die ersten beiden Hotelnächte sind gebucht, dann wird es mehr oder weniger genau der folgenden Route nachgehen (spontane Abweichungen je nach Lust und Laune oder aufgrund heisser Tipps unterwegs liegen natürlich immer drin).

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Entscheidende Wegpunkte sind Gran Canyon und Yellowstone, daraus ergibt sich die grosse Kurve schon wie von selbst.

Dienstag, 6. April 2010

Mythos USA

Mal abgesehen von der generellen Diskussion über Sinn und Unsinn von Fernreisen - zu Hause bleiben und nichts neues kennen lernen, dafür aber nicht das Ozonloch mit Langstreckenflügen vergrössern - fragt mensch sich vielleicht: Was bringt Dora und Peter dazu, den Westen der USA als Reiseziel zu wählen?

Für eine Reise in die USA gibt es natürlich handfeste praktische Gründe wie tiefer Dollar, (vermeintlich) kulturelle Nähe, einfache sprachliche Verständigung oder gute Infrastruktur, aber die sind ja nicht ausschlaggebend.

Zumindest durch meinen Hinterkopf schwirren die die Städte Kaliforniens und die Landschaften der Rocky Mountains schon länger. Dazu kommt, dass die aktuelle politische Situation mit der zwar auch langsam an Glanz verlierenden Obama-Administration dieses Reiseziel zumindest einiges akzeptabler macht als unter Bush junior. Doch ich bin mir bewusst: die USA sind auch mit Obama weiterhin das Land der Todesstrafe und der Lager in Guantanamo, das Land riesiger sozialer Unterschiede und minimaler Auffangnetze für die Verlierer des amerikanischen Traums.

Und hier wieder das Stichwort, die USA verkörpern nicht nur knallharte kapitalistische Realität, sondern als Kehrseite auch Träume und Mythen. Unbegenzte Möglichkeiten, Final Frontier, im Silikon Valley ist der Fortschrittsglaube noch ungebrochen, sogar Umweltschutz wird dort als neue High-Tech-Branche interpretiert.

Alles ist machbar, alles ist möglich, wenn Du Konkurs gemacht hast, fängst du wieder neu an, jeder ist seines Glückes Schmied. Dass auch hier die Startpositionen sehr ungleich verteilt sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt.


Diese Vorstellungen unbegrenzter Möglichkeiten reichen zurück in die Pionierzeit, lassen die Bubenträume von Planwagentrecks, Goldrausch und edlen Indianern (die heute an der Flasche hängen oder Spielcasinos betreiben) aufleben. Aber auch hier wieder die Vorstellung von Weite, Wilder Westen, unbekannte Landstriche, anarchisch und gefährlich, voller Möglichkeiten - ein Gegenbild zur durchorganisierten Schweiz.

Dünn besiedelte Weiten, aber dort gibt es auch Menschen: freundliche und offen oder oberflächlich und hinterwälderisch? Wir werden sehen. Und noch mehr Träume und Mythen: die Traumfabrik Hollywood ist ebenfalls nicht weit: Städte, Landschaften, Szenerien, vieles schon bekannt aus unzähligen Filmen und da reizt es schon auch, das selber mal zu sehen, quasi selber im Filmset USA herumzufahren.

Aber schliesslich sind es nicht die Filmbilder im Kopf, nicht die Konsum-, Schulden und Automobil-Kultur, welche für uns die Hauptanziehungskraft ausmachen, sondern die dünnbesiedelten Weiten, die Naturwunder, die fantastischen Landschaften, welche uns über den grossen Teich locken, hin zu Canyons, Geysiren, Wäldern, Bergen und Wüstengebieten.